Biografie

Kapitel 1. L’histoire commence

Mylène Jeanne Gauthier – so Mylène Farmer mit bürgerlichem Namen – erblickt am 12. September 1961 im kanadischen Pierrefonds in der Nähe von Montreal das Licht der Welt. Sie hat eine ältere Schwester namens Brigitte sowie einen jüngerer Bruder Michel. Ihr älterer Bruder Jean-Loup starb 1996 (es gibt hierzu nterschiedliche Angaben, z. T. wird auch 1982 angegeben) bei einem Autounfall. Ihre Mutter ist Marguerite Gauthier, eine ehemalige Sekretärin. Ihr Vater war Max Gautier, angesehener Ingenieur für Brücken, Staudämme und Straßen, der 1981 verstorben ist.

Bis 1969 – als Mylène 8 Jahre alt war – lebte Familie Gauthier in Kanada, da ihr Vater am Bau des Staudammes bei Manicuagan beteiligt war. Als die Bauarbeiten beendet waren, zog die Familie nach Ville d’Avray, einem Pariser Vorort. Im Gegensatz zur ihrer Zeit in Kanada – die Mylène selber als

„…durch Naivität und Geborgenheit geprägt…“

beschreibt, fiel es ihr schwer, sich an das Leben in der Großstadt zu gewöhnen. Dies führt dazu, dass sie in Konflikt mit ihren Mitmenschen und sich selber geriet, verursacht durch ihr kompliziertes Verhältnis zu ihren Eltern (insbesondere ihrem Vater) und einem Mangel an Akzeptanz und Selbstsicherheit. Mylène prägten ihr Interesse an Friedhöfen und ihr Zuneigung zu abgelegenen Plätzen.

Als Mylène 12 Jahre alt war, erhielt sie Zugang zur „École de Saumur“, einer Reitschule. Hier sollte sie eine Ausbildung zur Volksschullehrerin absolvieren, nebenbei schaffte sie es im Dressurreiten auf Profi-Niveau. Für Mylène war der Umgang mit Tieren leichte, als mit den Personen um sie herum.

1978 verlies sie die Schule, um ihr Abitur nachzumachen. Dies brach sie jedoch bereits nach kurzer Zeit ab und begann mit einem Schauspiel-Kurs bei Daniel Mesguich. Mylène merkte schnell, dass ihr dies wenig bringen würde und brach den Kurs ab. Die nächten zwei Jahre ging Mylène zu verschiedensten Castings und nahm die verschiedensten Jobs an, um somit etwas Geld zu verdienen. Während dieser Zeit traf sie auf Jérôme Dahan. Über diesen lernte sie 1983 Laurent Boutonnat kennen – eine Begegnung, die sich auf weiteres Leben auswirken sollte.

Kapitel 2. Maman a tort

Im Jahr 1984 nahmen Mylène, den von Jérôme Dahan und Laurent Boutonnat geschriebenen Song, „Maman a tort“ (deutsch: Mama liegt falsch) auf, welcher im selben Jahr als erste Single in Mylènes Karriere erschien. Im Vorfeld änderte Mylène ihren Nachnamen im „Farmer“, als Hommage an die große amerikanische Schauspielerin France Farmer, deren Leidensweg Mylène sehr bewegte.

Maman a tort wurde zu einem Überraschungshit und stürme die Top 50 der französischen Charts. Ein Jahr später folgten zwei weitere Singles, „On est tous des imbeciles“ (Wir alle sind Verrückte) und „Plus Grandir“ (Groß werden). Der Erfolg beider Singles, v. a. der von „On est tous des imbeciles“, war eher bescheiden, weshalb sich Mylène und Laurent von Jérôme Dahan und ihrer damaligen Plattenfirma RCA trennten.

Plus Grandir war der erste von Mylène selbstverfasste Song. Der zum Song gedrehte Video-Clip war der erste von zahlreichen „Skandalvideoclips“, die in den nächsten Jahren folgen sollten, sowie der erste, in dem Mylène
mit roten Haaren auftauchte. Der große Durchbruch für Mylène sollte jedoch erst 1986 – 2 Jahre nach Maman a tort – kommen.

Kapitel 3. Libertine et le cendres de lune

Anfang 1986 veröffentlichte Mylène die Single „Libertine“(Freigeist), welche ihr bis dato erfolgreichstes Werk war und bis auf Platz 10 der Single-Charts kletterte. Im November des gleichen Jahr folgte ihr erstes Studioalbum „Cendres de lune“ (Asche des Mondes). Geprägt von typischem 80er-Sound schaffte es das Album bis auf Platz 10 der französischen Albumcharts. Im Februar 1987 folgte die letzte Single „Tristana“, der sich musikalisch nicht nur vom restlichen Album abhob, sondern mit Platz 7 nochmal erfolgreicher war als Libertine.

Der Release von Libertine brachte eine weitere, bis heute anhaltende, Facette Mylène Farmers ins Spiel: Der Clip zu Libertine, realisiert durch Laurent Boutonnat, war kein normaler Videoclip. Das Video wurde in Form eines kleinen Filmes realisiert, welcher alles bis dahin gesehene übertraf.

Dann wurde es einige Monate still um Mylène.

Kapitel 4. Ainsi soit je – so soll ich sein

Im Oktober 1987 meldete sich Mylène mit ihrer neuen Single „Sans contrefacon“ (Unverfälscht) zurück. Mylène war die erste Sängerin die, wie in diesem Song, sich mit den Problemen Sexualität und ihrer eigenen sexuellen Ausrichtung befasste. Zum in zwischen dritte Mal in Folge stürme Mylène die Top 10 der Charts, indem es Sans contrefacon bis auf Platz 2 schaffte. Im März 1988 erschien Mylène zweites Studioalbum „Ainsi soit je“ (So soll ich sein), sowie der gleichnamige Song als zweite Single. Wenngleich die Single nicht so erfolgreich war, wie die vorherige, verkaufte sich das Album prächtig (bis heute über 1,4 Mio mal – Diamantstatus) und erreichte zum ersten (und nicht letztem Mal) Platz 1 der Albumcharts in Frankreich.

 Mit der ca. ein halbes Jahr später erschienen dritte Single „Pourvu qu’elles soient douces“ (Vorausgesetzt sie sind weich) toppten Mylène und Laurent Boutonnat alles bisher da gewesenen: Der Clip zum Song war mit fast 18 Minuten Spielzeit der damals längste und außerdem teuerste Videoclip, den es gab. Wiederum fiel der Clip auf Grund viel nackter Haut und Gewaltszenen auf. Die Single wurde zu einem von Mylènes größten Hits und verkaufte sich insgesamt rund 700.000 Mal. Die letzte Single aus dem Album Ainsi soit-je mit dem Namen „Sans Logique“ war zwar nicht so erfolgreich wie sein Vorgänger und erschien im Februar 1989.

 

Im September 1989 startete Mylène ihre lang ersehnte, erste Konzert-Tour durch Frankreich. Wieder einmal sah man, dass sich Mylène in keine Schublade stecken ließ. Ein Beispiel dafür war die Gestaltung der Bühne als Friedhof und dämmriges Licht während der Konzerte. Die Tour wurde zur damals zweit-erfolgreichsten Tour nach den Beatles. Noch während der letzten Konzerte erschien im Dezember 1989 das Live-Album „En concert“ in Form einer Doppel-CD und eines Konzert-Mitschnittes. Aus dem Album wurden 3 Singles veröffentlicht.

Kapitel 5. Von Dèsenchantèe bis Que mon coeur lache

Etwa zwei Jahre hörte man nichts mehr von Mylène, bis sie 1991 mit „Dèsenchantèe“ (Ernüchtert) und ihrem
nunmehr dritten Studioalbum „L‘autre“ (Der andere) wieder von sich reden machte.

Dèsenchantèe wurde zu einer Hymne einer Generation, was mit über 1,8 Millionen verkauften Singles allein recht deutlich wurde. Auch das Album war nicht minder erfolgreich (ca. 2 Millionen verkaufter CDs) wie sein Vorgänger. Weitere Singles des Albums waren „Regrets“ (Bedauern), ein Duett mit J. L. Murat, „Je t’aime mélancolie“ (Ich liebe die Melancholie). Mit der 1992 veröffentlichten letzten Single „Beyond my control“ (Außerhalb meiner Kontrolle) präsentierte Mylène erneut einen „Skandalvideoclip“, welcher nur nach 23 Uhr gespielt werden durfte, da wieder einmal Szenen mit Gewalt und Sex im Video auftauchten.

Trotz allem hatte sich Mylène verändert: nicht nur das sie nun mit einer frechen Kurzhaarfrisur auftrat. Trotz der nach wie vor herrschenden Melancholie und Düsternis, die bereits ihre ersten beiden Alben bestimmte, war es insgesamt doch etwas offener und heller.

1993 erschien die Single „Que mon coeur lache“ (Mein Herz steht still) als Teil des Remix-Albums „Dance Remixes“. Die Single schaffte es bis auf Platz 9. Der Clip, gedreht von Luc Besson, weißt starke Parallelen zu dessen 1997er Film „The 5th Element“ auf.

Nun folgte eine kurze musikalische Pause Mylènes.

Kapitel 6. Zielobjekt: Deutschland

In den Jahren 1990 bis 1992 konnte Mylène auch ein Paar Singles in Deutschland in den Charts platzieren, deren Erfolg jedoch weit hinter dem in Frankreich lag. So erreichten die erst 1990 veröffentlichten Singles Sans contrefacon nur Platz 19 und Pourvu qu’elles soient douces (hierzulande lediglich Douces) Platz 87. Dèsenchantèe kam lediglich auf Platz 46 (1991), Je t’aime mélancolie bis auf Platz 70 (1992).

Das Schicksal der Singles teilten auch die Alben Ainsi soit je und L’autre, die ebenfalls in Deutschland veröffentlicht wurden, jedoch nur knapp oder nicht in die Top 50 gelangten. Somit war der Versuch Mylènes, auch den deutschen Musikmarkt auf breiter Flur zu erobern, gescheitert.

1992 fand Mylènes erster und bislang einziger Auftritt im deutschen TV statt – ein Auftritt bei der damals noch im MDR laufenden Unterhaltungsshow „Ein Kessel Buntes“. Mylène performte dort Je t’aime mélancolie.

Kapitel 7. Giorgino – ein Flop und seine Folgen

Im Alter von 33 Jahren machte Mylène 1993/94 ihren ersten Ausflug zur Schauspielerei und spielte die weibliche Hauptrolle in „Giorgino“. Der Film, produziert von Laurent Boutonnat, hat einen starken Bezug zum Leben von Frances Farmer und Mylène selber.

Im Gegensatz zu Mylènes musikalischem Schaffen floppte der Film jedoch und wurde nach nur drei Wochen und 60.000 Zuschauern abgesetzt; ein Ereignis das Mylènes spätere musikalische Entwicklung prägen sollte, da sie Paris vorerst den Rücken kehrte und in die USA floh. Dies beendete auch die Zusammenarbeit von Mylène und Laurent in Sachen Musikvideos für längere Zeit.

Kapitel 8. Die Veränderung

Im Oktober 1995 beendete Mylène ihre musikalische Schaffenspause und veröffentlichte ihr viertes Studioalbum „Anamorphosèe“ (in deutsch etwa „Veränderung“).

Dieses Album sollte im krassen Gegensatz zu ihren vorhergehenden Werken stehen. Ihr mehrmonatiger Aufenthalt in den USA nach dem Flop von Giorgino bewirkte, dass das Album sehr rockig wurde. Außerdem wirkte Mylène wie verwandelt, da sie mehr denn je aus sich heraus ging und alles heller war. Dies jedoch wirkte sich weniger auf ihre Texte aus, die nach wie vor kritisch und auch auf ihr eigenes Leben bezogen waren.

Trotz anfänglich zögernder Annahme durch ihre Fans wurde das Album mit 1,35 Millionen verkauften Exemplaren ein großer Erfolg. Selbiges galt für die Singles „XXL“ (Platz 1), „L’instant X“ (Der Moment X, #6) , „California“ (Kalifornien, #7), „Comme j’ai mal“ (Wenn es mir schlecht geht, 11) und „Rever“ (Träumen, 7), auch wenn diese bei Weitem nicht an Verkaufzahlen wie Pourvu qu’elles soient douces oder Dèsenchantèe herankamen.

Mylène - LIbe a Bercy 1996Zwischen Juni und Dezember 1996 ging Mylène nach 7 langen Jahren das zweite Mal auf Tour. Im Gegensatz zu ihrer ersten Tour war diesmal alles hell erleuchtet und glitzernd – ganz nach dem Vorbild in den USA.

Wie schon ihre ´89er Tour wurde auch diese ein erneuter Erfolg, der sich auch auf im Mai 1997 veröffentlichte Live-Album „Live a Bercy“ übertrug, welches mit rund 900.000 verkaufter CDs Trippel-Platin-Status erlangte. Ein Unfall während der Tour, bei dem sich Mylène das Handgelenk brach, sorgte jedoch dafür, dass sie einige Termine der Tour absagen und verschieben musste.

Kapitel 9. Ein Konzeptalbum und andere Feinheiten

3 Jahre nach Abschluss ihrer zweiten Tour meldete sich Mylène 1999 mit ihrem neuen Album „Innamoramento“ (in etwa: „Sich verlieben“) und der Single „L’ame-stram-gram“ zurück. Das Video zu L’ame-stram-gram knüpfte wieder an alte Gewohnheiten aus Mylène früheren Schaffensjahren an. So war das Video wieder ein kleiner Film, diesmal gedreht in China.

Einer weiteren alten „Gewohnheit“ sollte sich die zweite Single „Je Te rends Ton Amour“ (Ich gebe dir deine Liebe zurück) bedienen. Zum ersten Mal in ihrer Karriere zeichnete Mylène nicht nur für den Text eines Songs verantwortlich, für Je te rends Ton Amour übernahm sie auch Konzeption und Drehbuch des Videoclips. Das Ergebnis war der wohl bis heute „blutigste Skandalclip“, den es von Mylène gibt. Sie selber beschrieb es so:

„Es kann eine Liebesgeschichte sein oder eine Geschichte über die Abwendung von Gott. Lieder zu schreiben ist meine Art zu leben.“

Die CSA (französische Zensurbehörde) zensierte den Clip schon vor seiner TV-Premiere, wodurch dieser nur nach 23 Uhr ausgestrahlt werden durfte. Trotz allem dessen blieb der Erfolg nicht aus.

Innamoramento verkaufte sich ca. 1,2 Millionen Mal und erreichte als 4. Album in Folge Diamant-Status. Auch die Folgesingles „Souviens-toi du jour“ (Erinnere dich an den Tag), „Optimistique-moi“ (Mach mich optimistisch, einer der wenigen Songs bei denen Mylène sowohl Text als auch Musik geschrieben hat) sowie der gleichnamige Song des Album, Innamoramento, konnten Top-10-Platzierung verbuchen, jedoch erreicht das erste Mal keine der Singles Platz 1.

1999ClaudeGassian02Im September 1999 startete Mylène, diesmal nach nur 3 Jahren Wartezeit, ihre bislang längste und erfolgreichste Tour – die „Mylenium Tour“. Die Mylenium Tour beinhaltete 42 Konzerte in 25 Städten und führte sie quer durch Frankreich, die Schweiz, Belgien und im März 2000 sogar für 3 Konzerte nach Russland. Wie schon ihre bisherigen Tourneen waren die Konzerte dieser Tour jedes Konzert ausverkauft. Das Bühnenbild war diesmal von einer ca. 10 Meter hohen Statue der ägyptischen Göttin Isis dominiert, entworfen nach einem Bild von H.-R. Giger. Durch die ausgewogene Kombination von Licht und Schatten bildete sich eine „mystische“ Atmosphäre.

Das Live-Album zur Tour erschien im Dezember 2000, verkaufte sich bis heute gut 1 Millionen mal und hatte mit der Live-Single „Dessine-moi un mouton“ (Zeichne mir ein Schaf) einen weiteren Hit in den Top 10 der Singlecharts. Die zweite geplante Single Regrets wurde kurz vor der Veröffentlichung verworfen. Zusammen mit der DVD zur Mylenium Tour erschien das Konzert „Live a Bercy“ ebenfalls auf DVD.

 

Kapitel 10. Die Worte

Im November 2001 präsentierte Mylène nach 17 Jahren Karriere das erste „Best of“-Album, welches den schlichten Namen „Les mots“ (Die Worte) trug. Neben den bekanntesten Songs von Mylène enthielt das Album 3 neue Songs, die alle als Singles veröffentlicht wurden.

Erste Single des Albums war der gleichnamige Track „Les mots“, ein Duett mit Seal. Das Video war das erste seit Beyond my control, welches wieder von Laurent Boutonnat gedreht und realisiert wurde. Die weiteren Singles waren die Songs „C’est un belle journee“ (Es ist ein schöner Tag), dessen Video im Comic-Stil gehalten war, sowie die Ballade Pardonne-moi“ (Verzeih mir). Sowohl das Album (rund 1,7 Millionen verkaufter Exemplare) als auch die ausgekoppelten Singles wurden sehr erfolgreich. Les mots gehört heute zu den erfolgreichsten Best-of-Alben, die in Frankreich veröffentlichten wurden.

Und wieder einmal gab es einen „Skandal“ um Mylène: die recht aufreizenden Bilder von Mylène, die das Aussehen des Les mots-Albums zierten, wurden von Kritikern als „Porno-Chick“ bezeichnet. Mylène wies dies jedoch zurück, da sie

„…nicht wüsste, das Porno je Chick gewesen wäre.“

Bereits im März 2001 erschien mit „Music Video I“ sowie „Music Video II&III“ die gesamten Videos von Mylène mit zusätzlichem Bonusmaterial, welches bis dahin nur auf zahlreichen VHS-Kassetten zu bekommen waren, auf insgesamt 2 DVDs.

Kapitel 11. Alizée et un livre et d’attendre

Im Jahr 2000 startete Mylène die Zusammenarbeit und Förderung der jungen Korsin Alizée, die sie auf einem Casting entdeckten. Die von Mylène und Laurent geschrieben Debüt-Single „Moi… Lolita“ von Alizée enterte weltweit die Charts und schaffte es in vielen Ländern bis in die Top 10, in Frankreich sogar bis an die Spitze der Charts. Der Erfolg führte zur Produktion das folgenden Debüt-Albums „Gourmandises“ (Leckereien), welches in Frankreich Platz 1 der Charts eroberte. 2 Jahr später folgte 2003 das Follow-up „Mes courants electriques“ (in etwa „Meine elektrische Strömung“), welches bis auf Platz 2 der Albumcharts in Frankreich kletterte. Nach ihrer ersten Tour im Herbst 2003 endete die Zusammenarbeit von Alizée mit Mylène Farmer und Laurent Boutonnat gegen Weihnachten 2004, da Alizée musikalisch etwas Neues versuchen wollte. Im Dezember 2007 erschien nach 4 Jahren ihr drittes Album „Psychedelices“.

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2003 überraschte Mylène ihre Fans mit etwas ganz Neuem – der Veröffentlichung ihres ersten Buches, das den Titel „Lisa, Loup et le conteur“ (zu Deutsch: Lisa, Loup und der Erzähler) trug. Die Aufmachung und Illustrationen des Buches, ähnlich denen des C’est un belle journee-Clips lassen, es wie ein Kinderbuch erscheinen – diesem wird es jedoch nicht gerecht.

Einige Zeit nach Veröffentlichung des Buches erschien der mit der Gruppe „Good Sex Valdes“ produzierte Song „You“, auf dem auch Mylène zu hören war. Ende des Jahres erschien das zweite Remix-Album „RemixS“ in Mylènes Karriere, auf welchem sich die Großen der Remix-Szene wiederfinden.

2004 war es ruhig um Mylène und Laurent. Viele Gerüchte um ein neues Album kamen auf. Diese wurden am 16. Dezember 2004 auf einer Pressekonferenz bestätigt. Eine weitere Neuigkeit war die Ankündigung einer Konzertserie in Paris-Bercy, der vierten „Tour“ Mylènes. Schon wenige Tage nach Start des Kartenvorverkaufs – etwa 14 Monate VOR (!) den Konzerten – war schon ein Großteil der insgesamt 13 Konzerte ausverkauft.

Kapitel 12. Vor dem Schatten… und Bercy

Nach 6 Jahren kam am 04. April 2005 Mylènes sechstes Studioalbum „Avant que l’ombre“ (Bevor der Schatten) auf den Markt, auf welchem Mylène sich etwas optimistischer als bislang zeigte. Für das Album machte Universal Music sogar in Deutschland offiziell Werbung. Es folgte eine Erfolgswelle – in den ersten 2 Wochen verkaufte sich das Album rund 300.000-mal und erreichte somit sofort Platz 1.

Die Anfang März veröffentlichte Vorab-Single „Fuck them all“ stand dem Erfolg des Album in nichts nach. Der Clips zum Song wurde innerhalb von 10 Tagen in Rumänien gedreht und war, wie bereits viele vorhergehenden Clips, sehr Symbol-geladen. Als Weitere Singles aus dem Album wurden Q. I. (dt. IQ), Redonne-moi (Gib mir zurück), L’amour n’est rien (Liebe ist nichts) und Peut-etre oit (Vielleicht dich) veröffentlicht.

Im Clip zu Q. I. – das Video wurde realisiet von Benoît Lestang – zeigt Mylène mit einem berühmten spanischen Flamenco-Tänzer. Der einzige TV-Auftritt zum Album (und erste seit langem) erfolgte im Dezember 2005 in der „Symphonic Show“ auf TF1, wo Mylène Redonne-moi performte.

Am 13. Januar 2006 war es dann soweit – Mylène startete ihre Konzertreihe und somit vierte „Tour“ im „Palais Omnisports de Paris-Bercy“. Die Beschränkung auf diese Halle war nötig, da es logistisch nicht möglich gewesen wäre, die Bühnentechnik zu transportieren und kurzfristig wieder aufzubauen. Außerdem bot nur diese Halle genug Platz für die Bühnenvisionen von Mylène und Laurent, welche die 13 Konzerte zu einem bis dahin einzigartigen Spektakel werden ließen.

Eine Besonderheit bildete das Konzert am 21. Januar 2006: da gleichzeitig in Cannes die NRJ Music Awards 2006 vergeben wurden, bei denen Mylène in den Kategorien „beste französischsprachige Sängerin“ und „bestes französischsprachiges Album“ nominiert war und sie den Preis nicht selber entgegen nehme konnte, überraschten die Veranstalter der Award-Verleihung die Zuschauer in der Halle und im TV mit Exklusiv-Bilder aus Bercy. Mylène gewann (zum ersten Mal) in der Kategorie „Bestes französischsprachige Album“ und bedankte sich später per Videobotschaft mit den Worten:

„Guten Abend… Ich kann heute Abend nicht bei Ihnen sein, da ich auf der Bühne in Bercy bin. Und ich wollte sagen, dass ich außergewöhnliche Augenblicke hier mit meinem Publikum teile. Ich wollte mich auch ganz herzlich für diesen Preis bedanken, der mich sehr berührt, weil er der Preis für das beste Album ist und dieser wirklich wichtig für mich ist. Ich wünsche Ihnen einen sehr schönen Abend, ich grüße Sie und ich liebe Sie außerordentlich!

Vielen Dank!“

Der im März 2006 veröffentlichte Clip zu „L’amour n’est rien“ war recht einfach gehalten und dennoch sehr ausdrucksstark: man sah nur Mylène wie sie „einen heißen Stripp“ hinlegte. Für die fünfte und letzte Single „Peut-être toi“ wurde ein Clip erstellt, der vollständig im Anime-Stil gehalten war.

Im September 2006 nahm Mylène zusammen mit Moby das Duett „Slipping away (Crier la vie)“ auf. Die Single wurde zu einem weiteren #1-Erfolg in Frankreich und wurde mit Gold ausgezeichnet. Anfang 2007 auch in Deutschland veröffentlicht, konnte hier mit Platz 63 jedoch nicht punkten.

Nach 11 Monaten warten wurde schließlich das Live-Album zu den 13 Konzerten im Januar unter dem Titel „Avant que l’ombre… a Bercy“ veröffentlicht. Mit rund 400.000 verkaufter CDs wurde auch dieses Live-Album sehr erfolgreich; die DVD gilt mit über 350.000 verkauften Exemplaren als erfolgreichste Musik-DVD, die bislang in Frankreich veröffentlicht wurde. Als Singles wurden die Live-Versionen der Songs „Avant que l‘ombre“ sowie „Déshabillez-moi“ (Entkleide mich) veröffentlicht.

Kapitel 13. Devant soi und Lonley Lisa

Anfang 2007 erschient auf dem Soundtrack zu Laurents neuen Film „Jacquou le croquant“ der unveröffentlichte Song „Devant soi“ (in etwa „Vor sich“). Es kamen erste Gerüchte um eine Kino-Rückkehr von Mylène auf, die im Film „L’ombre de autres“ (Schatten der anderen), dessen Dreharbeiten Anfang 2008 sollten, die Hauptrolle der Tess spielt.

Im Glauben, Mylène würde sich auf ihre Rollen vorbereiten überraschte sie, als sie sich am 15.Juni 2007 die neue Marke „Lonely Lisa“ sicherte. Vermutungen darüber, was sie darunter veröffentlichen wolle, gingen in die Richtung Schmuck/ Textilien oder Druckerzeugnisse.

Im Oktober 2007 wurde Mylène als „Beste Synchronstimme“ für ihre Synchronrolle in „Arthur und die Minimoys“ ausgezeichnet. Die größte Überraschung des Jahres stellt jedoch die Veröffentlichung von Giorgino nach 13 Jahren auf DVD am 6. Dezember dar.

Kapitel 14. Eine neue Tour…

Bereits Ende 2007 kamen erste Gerüchte und Spekulationen um ein neues Album inkl. Tour, etc. auf und zu L’ombre de autres gab es schon seit Monaten keine Infos mehr. Die Gerüchte wurden im Januar 2008 bestätigt, als innerhalb weniger Tage erst das Album für 2008 und dann eine Tour für 2009 angekündigt wurden.

Am 28. Februar war es dann soweit: das erste von letztendlich 2 Konzerten im Stade de France in Paris wurden für den 12. September 2009 bekanntgegeben, weitere Termine folgte wenige Tage später: es wurden Konzerte in Genf bestätigt und im April in Brüssel. Erstmal würde Mylène Farmer also Konzerte in Stadien geben.

Der Start des Kartenvorverkauf am 28. März – wiederum rund 18 Monate vor den eigentlichen Konzerte für die ersten beiden Konzerte in Genf und Paris wurde zu einem „Kampf“ um die Karten. Innerhalb weniger als 2 Stunden waren beide Konzerte restlos ausverkauft – durch den Ansturm der Fan waren die meisten Online-Kartenhändler nur schwerlich zu erreichen; ähnliche Situation bot sich bei den Zusatzterminen. Mylène konnte bezüglich in dessen einen weiteren Rekord für sich verbuchen: noch nie waren Konzert, die so weit vor dem eigentlichen Termin angekündigt wurden, innerhalb von nur knapp 3 Stunden ausverkauft.

Im März folgte dann das erste Interview von Mylène seit längerer Zeit – exklusiv mit dem Paris Match-Magazin. Zudem wurde das offizielle Konzert-Plakat veröffentlicht. Die Bilder die das Interview abrundeten, waren von Claude Gassain geschossen und zeigten eine wesentlich jünger wirkenden Mylène, als sie eigentlich ist. Eine Andeutung machte Mylène bezüglich des neuen Albums, welches

„…im Vergleich zu Avant que l‘ombre elektronischer ist und auch einige „Up tempo“ -Nummern
enthält“

sowie des Filmes L’ombre de autres:

„Ja, genau. Dieses Projekt liegt mir wirklich am Herzen. Während meines Konzertes in Bercy 2006 habe ich Claude Berri kennengelernt, den ich sehr respektiere. Dieser hat mir vorgeschlagen, die Rolle der Tess zu spielen, die Heldin von L‘ombres des autres, einem Roman von Nathalie Rheims. Seitdem hat sich Stéphane Célérier ihm angeschlossen, um den Film zu produzieren. Die Dreharbeiten müssten Ende 2009 starten, direkt nach dem Stade de France.“

Im Mai folgten dann endlich die Tour-Daten für die geplanten Konzerte in den Hallen der 10 größten Städte Frankreichs bekanntgegeben. Der 23. Mai wurde der dritte MF-Chaos-Tag der Jahres 2008: ein neuer Ansturm auf die Tickets fand statt, in dessen Folge innerhalb der ersten paar Tage rund 100.000 Tickets verkauft wurden. Der Hype rund um Mylène und die Konzerte sorgte dafür, dass ein Paar alte Bekannte wieder die Charts enterten: die Live-DVD „Live a Bercy“ (’96) sowie „Avant que l’ombre… a Bercy“ (2006).

Kapitel 15. Point de suture…

Mitte Mai war es soweit: Thierry Suc bestätigte in mehreren Interviews Gerüchte über eine neue Single und die Tour.

Am 16. Juni wurde die  neue Single Dégénération (dt. Entartung) erstmals im Radio gespielt, nachdem der Song schon einige Tage zuvor bei einem Tochterportal von Universal Music versehentlich ins Netz gelangte. Am 11. Juli wurde der Video-Clip zu Dégénération veröffentlicht. Realisiert wurde er Mitte Juni in einem Prager Krankhaus unter Regie von Bruno Aveillan. Die Story hatte wieder einmal das Potential eines „Skandalclips“: es geht um einen Alien (Mylène), welcher auf die Erde kam und von Ärzten einer Operation unterzogen werden soll. Aber sie entkommt und verbreitet „die Strahlen der Liebe“ im ganzen OP-Saal, der zu einer Tanz- und Erotik-Orgie führt. Sowohl der Song als auch der Clip stießen auf ein stark geteiltes Echo und entfachten eine teils kontroverse Diskussion unter den Fans. Die Single erschien am 19. Juli als Download und landete mit rund 5.000 Downloads auf Platz 1 der Charts, die physische Ausgabe folgte etwas einen Monat und belegte ebenfalls Platz 1 der Charts.

Während dessen kamen Ende Juni auch die ersten offiziellen Infos zum neuen Album – welches den Titel „Point de suture“ (dt. in etwa Nahtpunkt/ Stichpunkt (bei einer OP)) – an Licht. Und – in 2008 die nicht erste – Panne für Universal folgte

Am ab 20. August war es dann soweit: „Point de suture“ erschien zuerst als Download und am 25. August auch in verschiedenen Versionen auf CD, nachdem es bereits eine Woche vor Veröffentlichung – ausgehend von einer legalen russischen Download-Plattform – im Netz gelangt war. Das Album erreichte auf anhieb Platz 1 der Charts und wurde nach nur einer Woche in der Schweiz mit Gold und in Russland mit Platin ausgezeichnet. Im Oktober folgte nach nur knapp 2 Monaten die Auszeichnung mit Trippel-Platin in Frankreich für über 600.000 Exemplare, im Dezember gab es in Belgien Platin. Die Reaktion der Fans und auch der Kritiker war – wie schon bei Dégénération – stark geteilt. Eine Kuriosität wurde wenige Tage nach dem Relase auf CD bekannte: stillschweigend hatte Universal eine „internationale Version“ des Albums im Programm, auf dem der (von Mylène schon in einem Interview vorab angekündigte) Hidden Track „Ave Maria“ – eine Neuaufnahme der Version, die von Franz Schubert vertont wurde – fehlt.

Als weitere Singles wurden bis Mitte 2009 die Songs „Appelle mon numero“ (Wähle meiner Nummer), „“Si j’avais au moins…“, „C’est dans l’air“ und „Sextonik“ veröffentlicht, welche alle Platz 1 der französischen Single-Charts erreichten. Mylène bracht in folge dessen gleich mehrfach den Rekord für die meisten Nummer 1 Singles insgesamt und die meisten aufeinander-folgenden Nummer 1 Singles in Frankreich. Eine Besonderheit waren die Videos zu Dégénération und Si j’avais au moins…, welche gemeinsam mit einigen Zwischenszenen einen Kurzfilm namens „The Farmer Project“ bildeten. Dieser lief zusammen mit einem auführlichen Making of Mitte Januar 2009 beim französischen Sender M6. Das Video zu C’est dans l’air spaltete die Fans und bot einen Vorgeschmack, was die bevorstehende Tour an grafischen Animationen bieten würde. Neben Album und Singles wurden Anfang 2009 weitere Konzerte in Amneville, St. Petersburg und Moskau bekanntgegeben.  Wenn auch mit einem Umweg über Platz 2 in der ersten Woche schaffte es C’est dans l’air auf Platz 1 und wurde zur bisher erfolgreichsten Single aus Point de suture, da sie sich 2 Monate in den Top 10 halten konnte.

Mitte September 2008 folgte  etwas, was nicht für Möglich gehalten wurde: mit LonelyLisa.com öffnete eine offizielle Mylène Farmer Community in Form eines „MySpace für MF-Fans“ seine Türen.

Zur 10. Ausgabe der NRJ Music Awards im Januar trat Mylène dann zum ersten Mal seit über 3 Jahren wieder im Fernsehen auf. Dort performte sie ganz in Weiß Si j’avais au moins… und erhielt im Anschluss für Point de suture den Preis für das beste französische Album des Jahres. Dies war ein weiter Rekord, da sie in 10 Jahren insgesamt 8 Auszeichnungen erhalten hat.

Am 02. Mai 2009 startet in Nizza der ersten Tour-Leg und endete am 01. Juli in Moskau. Die Konzerten waren zwar nicht so aufwendig wie in Bercy 3 1/2 Jahre zuvor, allerdings bot Mylène wieder eine super Show und perfromte nicht nur nur alle ihre großen Hits wie Pourvu qu’elle soint douces oder Désenchantée, mit A quoi je sers und Nous souviedron nous (Wie erinnern uns) gab es auch einige Überraschungen in der Setlist. Erstmal wurden die Konzerte wieder von einem Video-Intro eingeleitet, welches jedoch seinesgleichen suchte.

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Mit zwei Konzerten in Genf begann am 04.09. der zweite Tour-Leg. Neben der Vergrößerung der Bühne – die Hauptvideowand war die Größte in ganz Europa – gab es einige Änderungen an der Setlist. Wurde im ersten Teil (bis auf die Konzerte in Russland) kein Song von Avant que l’ombre perfromt (mit Ausnahme eines Instrumentals des gleichnamigen Songs) fand nun Fuck them all seinen Platz. Mit California, L’instant X und Laisse le vent emporter tout (Lass den Wind alles mitnehmen) wurden zudem drei zusätzliche Songs Anamorphosée in die Setlist aufgenommen. Die letzten Beiden performte Mylène zum ersten Mal seit ihrer ’96er Tour. Den Höhepunkt der gesamten Tour bildeten schließlich die Konzerte im Stade de France, allen voran das an Mylènes Geburtstag am 12. September 2009. Von den Fans wurde im Vorfeld eine große Überraschung vorbereitet und so sangen schließlich  80.000 Zuschauer „Happy Birthday“ für Mylène.

Am 07. Dezember 2009 erschien das Live-Album N° 5 on Tour, welches Mitte Juni in Lyon aufgzeichnet wurde und schon am Tag des Erscheinens mit Doppel-Platin ausgezeichnet wurde. Als Live-Singles wurden C’est dans l’air und Paradis inanime veröffentlicht. Etwa vier Monate später erschien die DVD „Stade de France“. Sie hielt sich 2 Monate an der Spitze der Charts und erhielt schon zur Veröffentlichung Diamant-Status für über 250.000 verkaufte Exemplare.

Zum Ende der „Point de suture“-Ära trat Mylène am 24. April 210 in der Show „Encore une chanson“ bei France 2 auf und sang dort, von Yvan Cassar am Piano begleitet, Ainsi soit je. Die Performance sorgt zwar für Traumquoten für France 2, auch wenn der Auftritt wieder einmal vorher aufgezeichnet wurde.

Kapitel 16. Après la lumiere…

Anfang März 2010 schaffte es Mylène weltweit in die Presse, auch wenn der Grund dafür nicht unbedingt der Vorteilhafteste war. Bei einem Dinner im Elysée-Palast in Paris stolperte Mylène noch auf dem roten Teppich vor den Kameras der versammelten Presse. Die Nachwirkung des Sturzes: Mylène hatte sich eine Zeh gebrochen.

Ende Juni 2010 zeichnete sich ab, dass langsam aber sicher Bewegung in ein bereits seit 2008 geplantes Projekt Mylènes kam: den Film „L’ombre de autres“ und das das ganze zweite Halbjahr 2010 sowie das Jahr 2011 im Zeichen des Films stehen sllte.

Im August überraschte Mylène schließlich mit zwei Duetten: das Erste eine Cover-Version des INXS-Songs „Never tear us apart“ im Duett mit Ben Harper. Das Andere ein Duett mit der französischen Sängerin Line Renaud, die nach knapp 30 Jahren erstmals wieder ein Album aufgenommen hatte. Der Song namens „C’est pas l’heure“ (dt. Es ist nicht die Zeit) wurde von Mylène und Laurent geschrieben und erschien im November 2011 auf dem Album „Rue Washington“ von Line Renaud.

Davon ausgehend, dass „L’ombre de autres“ trotz der Duette Mylènes nächstes großes Projekt sein würde, schlug Ende September 2010 die Ankündigung einer neuen Single und Albums wie eine Bombe ein, denn es hatte wohl selbst Universal/Polydor nicht damit gerechnet.

Kapitel 17. Dunkelblau

Ende Sepetmber wurde mit „Oui mais… non“ (dt. Ja aber… nein) die erste Single aus dem Album „Bleu noir“ (dt. Dunkelblau) vorgestellt.

Erstmals seit weit über 20 Jahren arbeitete Mylène für Single und Album nicht mit Laurent als Komponist und Produzent zusammen, wurde Oui mais… non von Red One – Produzent u. a. von Lady Gaga – komponiert und produziert. Obwohl die Reaktionen auf den Song nach seiner Premiere doch extrem unterschiedlich waren, stieg Oui mais direkt auf Platz 1 der französischen Single-Charts ein und bleibt dort als erste Single seit Desenchantée (1991) für mehr als eine Woche. Das Video zum Song folgte Mitte November und erinnerte stark an „Bad Romance“ von Lady Gaga.

Am 06. Dezember 2010 erschien das Album in Frankreich. Das Album stieg auf Platz 1 in die Charts ein und wurde nur 3 Monaten nach Veröffentlichung mit Diamant für 500.000 verkaufte Exemplare ausgezeichnet.

Die Songs auf dem Album wurden von Mylène zusammen mit Red One, Moby und Mitgliedern der britischen Band Archive geschrieben und ist insgesamt recht ruhig, dafür musikalisch mit das abwechslungsreichste MF-Album. Eine Besonderheit bilden die Songs Light me up (dt. Erleuchte mich) und Inseparables (dt. Unzertrennlich), die Mylène erstmals vollständig in Englisch eingespielt hat. Von Inseparables ist als Bonus-Track auch eine französische Version auf dem Album vertreten. Zur Promo des Albums wurde vor der Veröffentlichung eine Webseite online gestellt, auf der u. a. das Video zu Oui mais… non Premiere hatte. Zudem wurde der Song „Leila“ mit einem eigenen Video vorgestellt. Dieser beschäft sich mit dem Leben der Leila Pahlavi (Tochter von Mohammad Reza Pahlavi und Prinzessin des Irans, 1970-2001) und übt dabei gleichzeitig Kritik an der aktuellen Situation der Menschheit an sich. Nach einigen Interviews Anfang Dezember war Mylène auch erstmals seit April wieder im TV zu sehen und stand am 22. Januar bei den NRJ Music Awards 2011 mit Oui mais… non auf der Bühne. Die Performance war stark an das Video angelehnt und rief geteilte Meinungen hervor. Als weitere Singles folgten der Titeltrack Bleu noir, sowie die zweite Red One Produktion Lonely Lisa, die beide ebenfalls Platz 1 der französischen Single-Charts erreichten.

Im Juli 2011 wurde Mylène eine ganz andere Rolle zu Teil: in der jährlichen Haut Couture Show von Jean-Paul Gaultier trat Mylène nach fast 30 Jahren wieder einmal auf den Laufstieg und präsentierte als Model das ganz in schwarz gehaltenen Hochzeitskleid, dass traditionell den Höhepunkt jeder Show von Jean-Paul Gaultier bildet.

Kapitel 18. Zweites Best-of

Am 05. Dezember 2011 erschien das zweite Best-of von Mylène mit dem Titel „2001-2011“. Begleitet wurde es von der Single „Du temps“ (dt. Die Zeit), welche etwa einen Monat zuvor vorgestellt wurde. Das Album Best-of enthielt alle Single der vorangegangenen drei Studio-Alben und neben Du temps noch den neuen Song „Soi moi – be me“.

In Juni 2011 startetet NRJ eine Aktion, bei der 10 Gewinner ein Treffen mit Mylène gewinnen konnten. (eine Aktion statt, welche bis dato nicht für möglich gehalten wurde) Dieses fand schließlich im Oktober 2011 statt.

Kapitel 19. Monkey me & Timeless

Nach unzähligen Gerüchten Anfang des Jahres 2012 wurde Ende September 2012 mit der „Timeless 2013“ Tour zuerst die sechste Tournee und kurze Zeit später im Oktober mit „Monkey me“ schließlich das neunte Album von Mylène angekündigt. Musikalisch arbeitete Mylène diesmal wieder mit Laurent zusammen.

Am 22. Oktober 2012 wurde mit „A l’ombre“ (Im Schatten) die erste Single vom Album „Monkey me“ vorgestellt. Die Fan-Reaktionen waren unterschiedlich, dennoch schaffte es die Single nach einiger Zeit auf Platz1 der französischen Charts. Das Video zum Song ließ bis Anfang Dezember auf sich warten und wurde wieder von Laurent realisiert. Noch vor Album-Release wurde mit „Quand“ (dt. Wann, eine Ballade) ein weiterer Song des Album vorab veröffentlicht und von einem Lyrics-Video begleitet.

Das Album „Monkey me“ erschien schließlich am 03. Dezember 2012, genau 2 Jahre nach Bleu noir. Das Album rief in Fankreisen überwiegend positive Meinungen hervor und erreichte auf Anhieb Platz 1 der französischen Charts. Eine Besonderheit bildete der Title „Nuit d’hiver“. Hierbei handelt es sich um eine Quasi-Neuaufnahme des Song „Chloé“ vom Album Cendres de lune. Aufgrund des ausgefallenen Arrangements versierte der Song schnell zum Fan-Liebling des Albums. Als weitere Single wurde Anfang 2013 die Ballade „Je te dit tout“ (dt. Ich erzähle dir alles) veröffentlicht. Das Video erinnerte sehr an frühere Videos und fand bei den Fans großen Anklang. Als dritte und letzte Single erschien im August – pünktlich zu Start der Timeless Tour – der Title-Track „Monkey me“, welche bis auf Platz 3 der Single-Charts in Frankreich kletterte. Eine Besonderheit an diesem Single-Release stellte die Art und Weise dar, wie das Cover entstand. Anstatt einfach ein Cover zu veröffentlichen, fand im Vorfeld der Veröffentlichung ein Wettbewerb dar. In dessen Rahmen wurden Fans und kreative Köpfe aufgefordert, ein Cover zu entwerfen und auf einer eigens eingerichteten Webseite zu veröffentlichen.

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Am 07. September 2013 war es endlich soweit – mit dem ersten von insgesamt zehn – ausverkauften – Konzerten – begann in Bercy die Timeless 2013 Tournee. Die mir großer Spannung erwartete Tournee war anders als alle bisherigen Tourneen Mylènes: schlichter, futuristisch, sehr hell und trotzdem nicht weniger als 100% Mylène und beeindruckend. Das Intro zog die Konzert-Besucher quasi mit einer Reise quer durch die Galaxy auf den Planeten „Mylène Farmer“. Ein an Stargate angelehntes Tor öffnete sich und gab den Blick Mylène frei, welche schließlich mit „A force de…“ das Konzert einleutete. Die Konzerte boten neben vielen Klassikern und neuen Songs auch jede Menge Überraschungen, so u. a. ein Duett mit Gary Jules und dem Song „Mad world“. Das Highlight der Shows stellten jedoch eindeutig die Industrierobotern als ein Teil von Mylènes Tänzern dar. In aufwändiger Vorbereitung wurde fünf Robotorn das Tanzen beigebracht und mit Masken ein quasi-menschliches Aussehen verliehen. Nach Abschluss der Bercy-Konzerte ging es für die Tour weiter nach Lyon, wo während der vier Konzerte – zum ersten Mal seit En concert – die kompletten Aufnahmen für den späteren Live-Mitschnitt der Tour aufgenommen wurden. Nun ging es weiter einmal quer durch Frankreich, sowie für kurze Gastspiele nach Belgien, die Schweiz, Russland und erstmalig nach Minsk, der Hauptstatt Weißrusslands. Am 6. Dezember endete die Tour schließlich in Nizza…

… und wenige Tage später folgte am 9. Dezember bereits das Live-Album „Timeless 2013“, welche die Wartezeit bis zum Konzert-Film überbrücken sollte. Erstmals seit dem En concert Live-Album fehlten auf der CD wieder einige Songs, was für viel Kritik und Spekulationen sorgte, ob es später evtl. noch eine weitere, vollständige Version geben würde. Dessen ungeachtet kletterte das Doppel-Album bis auf Platz zwei der französischen Album-Charts. Die Doppel-CD wurde begleitet von der Veröffentlichung von „Diabolique mon ange“ als erster und einziger Single inkl. Video, welches aus einen ersten Eindruck aus verschiedenen Teilen des Films vermittelte.

Zeitgleich zur Veröffentlichung des Live-Albums wurde durch Universal und Poyldor bekannt gegeben, dass der Konzert-Film wieder vorab im Kino zu sehen sein würde – insgesamt in weit über 100 Kinos in Frankreich. Am 27. März 2014 fand schließlich die Vorab-Premiere statt. Mit bis dato über 100.000 verkauften Kino-Tickets stelle Mylène einen neuen Rekord auf. Die Veröffentlichung von Timess 2013 Le Film erfolgte am 16.Mai 2014. Die DVD/ BluRay erklommt schon zum Start Platz ein der französischen Musik-DVD-Charts und hielt sich allein über vier Monate an der Spitze der Charts, wofür es eine neue Diamant-Auszeichnung gab. Die Reaktionen zum Timeless Konzert-Film war bei Fans wie Presse extrem positiv. Sehr positiv wurde von vielen Seiten bewertet, dass der Film in einer sehr „rohen“ Fassung vorlag mit ruhigen Schnitten und somit eine sehr reale Wahrnehmung ermöglichte.

Kapitel 20. Gerüchte, Art Toys und Fragile

mylene_fragile_2015Abgesehen vom Timeless Konzert-Film wurde es nun um Mylène wieder ziemlich ruhig. Bereits seit kurz vor Ende der Timeless Tour kamen Gerüchte auf, wonach Mylène für ein neues Album mit der Band Muse zusammearbeiten sollte. Die Gerüchte hielten sich über rund 1 1/2 Jahre und wurden letztendlich erst im Frühjahr 2015 wiederlegt.

Im August 2014 wurde Mylènes Merchandising-Palette um eine Neuigkeit erweitert. Passend zum Album „Monkey me“ wurde eine Kollektion sogenannter „Art Toys“ veröffentlicht. Die Figuren in Art eines Affen bzw. Bären basierten auf einer jahrtausende alten orientalische Traditionskunst.

Im Februar 2015 wurde ein neues Buch von und mit Mylène angekündigt. Nach vielen Spekulationen erschien das Buch im Mai als hochwrtiger Bild-Band unter dem Titel „Fragile“. Dieser umfasste insgesamt 90 Bilder von Mylène, welche durch die Fotografin Sylvie Lancrenon aufgenommen wurden und von Textzeilen Mylènes unterstützt werden. Die Bilder wurden zudem von Anfang Juni und Ende August 2015 in der Galerie Acte2 ausgestellt. Auf Bilder der Eröffnung war Mylène mit Krücken zu sehen.

Kapitel 21. Interstellar

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Im August 2015 folge endlich die lang erwartetet Ankündigung von Mylènes zehntem Studio-Album. Als erste Single wurde mit „Stolen car“ ein Cover des gleichnamigen Sting-Songs mit Sting selbst als Duett-Partner veröffentlicht. Das Video zum Song wurde Anfang September in Paris gedreht. Die Single erreichte Platz 1 der französischen Charts.

Der Album-Titel „Interstellaires“ folgte Ende September inkl. Album-Artwork und Tracklist. Das Album erscheint am 6. November 2015. Erstmals wird das Album u. a. auch in den USA offiziell erscheinen.

Der 23. September 2015 stellte eine neue Besonderheit dar – erstmals nach 30 Jahren Karriere hatte Mylène – gemeinsam mit Sting – dem USA-Ableger des Rolling Stone ein Interview gegeben.

Stand: 03. Oktober 2015

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